Stell dir vor: ein Platz, Kunstwerke, ein Sommertag, Menschen, Generationen. Alles wird eins.

Samstag, 9. Mai 2026. Der John-Lennon-Platz im Marienviertel – und er strahlt. Weil die Sonne es tut und weil die Menschen, die hier zusammenkommen, es auch tun.
Ein Kleinkind stakst auf seinen ersten Schritten über den Platz. Vier Frauen sitzen auf einer Bank in der Abendsonne, und die Stahlskulptur „Tänzerin Nr. 4″ von Jörg Mazur reckt hinter ihnen die Arme und tänzelt befreit himmelwärts. Von Jörg ist ja u.a. auch der Elefant Tuffi, der zwischen Bahnhof und alter Zinkfabrik Altenberg über der Straße schwebt – scheinbar lösgelöst von aller Schwere wie die Stimmung hier auf dem Platz.
Irgendwo spielen Kinder „4 Gewinnt“. Irgendwo steht ein Pärchen mit Pommes und lächelt in die Kamera. Ein buntes, entspanntes Treiben.
Der Förderverein Marienviertel e.V. hatte geladen. Und gekommen sind viele – Bewohner:innen aller Altersklassen und freundliche Freund:innen des Viertels von da und dort. Manche kennen sich schon, manche lernen sich kennen. Beides ist prima.





Hallo Menschen! Hallo John!
Am frühen Nachmittag steht der Oberhausener Künstler Jan Arlt weiß gewandet vor der großen weißen Garagenwand am Platz und verwandelt sie in eine besondere Leinwand. Feierliche Enthüllung seines Werkes: das Konterfei von John Lennon, schwarz auf weiß, groß und klar. Darunter ein einziges Wort – das wie ein Credo des Marienviertels ist: Imagine.
Wer das Marienviertel kennt, kennt auch das Konterfei von Christoph Schlingensief am Bunker gegenüber des Ebertbades. Das hat der Jan auch gemacht. Jetzt hat er den John-Lennon-Platz mit einem Gesicht versehen, das auf den Platz schaut und alles beobachtet.




Jetzt die Träume und Ideen
Kaum ist das Tuch sozusagen gefallen, stehen die ersten kleinen – und nicht mehr ganz so kleinen – Hände an der Wand. Regenbögen. Blumen. Träume, die mit dem Pinsel Gestalt annehmen. Und mittendrin: „die Erde – Frieden für alle.“ Ein Kind hockt ganz unten und malt, was es sich so vorstellt. Teenager malen konzentriert ihre eigene Ecke voll. Eine Frau hockt daneben und verewigt ihre Idee. Und John Lennon schaut von links die Betrachter:innen an. Als wolle er sagen: Stell dir auch was vor! Etwas Gutes! Dann kann’s gelingen!
Am Ende des Tages ist die Wand ein einziges buntes Panorama der Gedanken dieses Viertels.





Was sonst noch alles war
Urban Arts – die Tanzsparte des Theaters Oberhausen – hat den Platz übernommen. Zwischen Boulebahn und Bäumen, auf dem rotbraunen Tartanbelag, mit dem Kirchturm der Marienkirche im Hintergrund: Tänzer:innen, die mitreißen, überraschen, begeistern – präzise und frei zugleich. Das Publikum hat genau hingeschaut. An so etwas geht man nicht vorbei. So etwas nimmt einen mit auf eine Reise.




Mittendrin Pantomime Adrian mit seiner stillen Kunst. Dann noch der Mojo-Truck des CVJM mit Basketball und Spielangeboten. Das Theater Oberhausen mit Basteleien. Ein geführter Bummel durch den Park für alle, die mal genauer hinschauen wollten. Die Pflanzentauschbörse, viele gute Gespräche und Dinge die man nicht erfahren hätte, wenn man nicht dabei gewesen wäre.





Gegessen, getrunken, gelacht
Crêpes & Kaffee aus dem mint-farbenen Wagen. Pommes und Currywurst mit Ketchup-Grinsen. Ein Büfett, das von fleißigen Händen kam und Stück für Stück in Mündern verschwand, erfrischende Getränke und einladende Bänke im goldenen Abendlicht.
Gegen 20 Uhr beginnt der Abbau. Und wieder einmal ist es so: Es helfen auch viele mit, die zum Teil zum ersten Mal beim Fest sind. So lernt man sich kennen.



